Gespräch in der Frauen-WG.

Die Szene: drei junge Frauen am Küchentisch.. das Gespräch kommt auf Homosexuelle. Männer findet man lustig, leicht im Umgang mit Frauen, da es ja klar ist, dass nichts läuft. Und Frauen…

Frau mit weissen Pünktchen auf dem Schal:   .. also wenn ich mir grad so überlege, mit einer Lesbe zusammen wohnen, das ginge gar nicht!
Frau mit heissem Minzentee:   Ich auch nicht!
Frau mit Chreolen:  (stirnrunzel)
Pünktchen:   Stell dir vor, da kannst du ja nicht mehr in der Unterwäsche durch die Wohnung gehen.
Minze:   Ja, und wenn du am kochen bist in unserer engen Küche, muss und man sich halt mal berührt.. iihhh, da weiss man ja nie woran man ist!
Chreole:   Aha, gut seit ihr in einer Frauen-WG, mit Männern wäre das ja noch viel schlimmer.
Pünktchen:   Oh, ja mit Männern wäre das auch kompliziert.
Minze:   Nee, finde nicht, ausser man hat ungeklärte Fronten. Mit Männern ist es halt klarer, man grenzt sich etwas mehr ab, so rein physisch, und auch mit persönlichen Geschichten, denk ich.
Pünktchen:   Ja, ist halt schon so, unter Frauen ist man sich wesentlich näher, ich meine vor allem so körperlich und so, und man zieht sich auch voreinander um je nach dem. Das macht man bei einem Mitbewohner klar nicht.
Chreole:   Aber man kann ja die „Fronten“ auch unter Frauen klären.. tatsache, dass eine lesbisch ist, heisst ja noch nicht, dass sie etwas von den Mitbewohnerinnen will.
Pünktchen:   Aber man weiss trotzdem nie woran man ist..
Minze:   Ha, habt ihr eigentlich schon gehört, da in der unteren Altstadt..

Gespräch driftet ab auf homosexuelle Treffpunkte, wo man sich als Hetero besser nicht hinverirrt. Was bleibt: latente Angst, dass eine der Anwesenden lesbisch sein könnte…

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6 Antworten zu Gespräch in der Frauen-WG.

  1. momonine schreibt:

    Komisch, diese Angst. Wovor denn?

  2. mhh…ist den eine der Frauen lesbisch?

    • annekuester schreibt:

      Die Szene beruht auf einer wahren Begebenheit, die mir nacherzählt wurde. Nein, keine der Frauen ist (offiziell) lesbisch. Die Angst besteht davor, dass zufällige Berührungen oder unvollständig bekleidet durch die Wohnung gehen plötzlich für eine der Beteiligten einen erotischen Inhalt haben könnte.

      Interessant ist, dass lesbisch sein kaum so eine starke gesellschaftliche Kategorisierung zur Folge hat wie schwul sein (man denke an all die Anti-Schulen-Sprüche). Sobald jedoch eine Frau potentiell homosexuell ist, wird das Umfeld ebenso überfordert oder sogar noch fast mehr. Frauenfreundschaften sind untereinander häufig körperlich enger und wenn da plötzlich bewusste Sexualität ins Spiel kommt, führt dies zu Verunsicherung. Oder wie siehst du das?

      • mhh..dann dürfte es rein theoretisch auch keine Freundschaften zwischen Mann und Frau geben, da jede Handlung, jede Geste einen potentiellen erotischen Inhalt haben könnte. Nicht?

        Ich denke, dass es lesbische Frauen in der Gesellschaft einfacher haben, als schwule Männer. Gerade eben, weil sich Frauen untereinander näher sind als Männer (Bussis unter Freundinnen, Händchen halten etc.). Da fallen Lesben weniger auf.

        Ich selbst bin eigentlich nicht für Schubladisierungen. Ich bin ich. Ich hatte bis jetzt nur Beziehungen zu Frauen, aber wer weiss, was die Zukunft bringt? Ich denke, dass die wenigsten Menschen unserer Gesellschaft rein hetero oder rein homosexuell sind. Ich denke die meisten Menschen könnten sich eine Sexualität mit einem Menschen des geichen Geschlechts vorstellen. Da unsere Gesellschaft aber sehr Heteronormativ geprägt ist, werden wir automatisch in eine Schiene gepresst (schon als Kind) und haben den Zugang oder den Mut nicht uns auszuleben…Hoffe das war vertsändlich;)

      • annekuester schreibt:

        Hey,
        das war gerade was ich an diesem WG-Gespräch interessant fand. Diese Frauen haben Freundschaften oder Zusammenwohnen mit einem Mann als „unkomplizierter“ betrachtet als mit einer lesbischen Frau. Woher diese Haltung kommt, in einer Zeit wo sich jede (und in diesem Fall gut ausgebildete) Person eingestehen könnte, selbst homosexuelle Züge zu haben (oder weshalb haben Frauen beste Freundinnen), ist mir ebenfalls nicht ganz klar. Ich wollte vorallem illustrieren, dass dies der Fall ist. Wohl ist es wie du sagst, dass unsere Gesellschaft stark heteronormativ ist, und wer an diesen Normen kratzt, wird kritisch beäugt.
        Danke für deine Hinweise!

      • Hallo, waren vor allem meine Gedanken bzw. sind meine Gedanken zu diesem Thema…Schön gibt es noch andere Menschen, die ähnlich denken:)

        Liebe Grüsse

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